Wer sich selbstständig macht, steht schnell vor der Frage: Brauche ich eigentlich eine Website – und wenn ja, wie fange ich an? Die gute Nachricht ist, dass Sie keine Technikkenntnisse brauchen, um die richtige Richtung einzuschlagen. Was Sie brauchen, ist ein klares Bild davon, was Ihre Website leisten soll. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Entscheidungen.
Schritt 1: Was soll Ihre Website konkret bewirken?
Bevor Sie über Design, Farben oder Texte nachdenken, stellen Sie sich eine einzige Frage: Was soll jemand tun oder fühlen, nachdem er Ihre Website besucht hat?
Mögliche Ziele sind zum Beispiel:
- Interessenten sollen Sie anrufen oder eine Anfrage schicken
- Kunden sollen einen Termin buchen
- Besucher sollen ein Produkt kaufen
- Potenzielle Partner oder Arbeitgeber sollen sich ein Bild von Ihnen machen
Je klarer dieses Ziel, desto einfacher werden alle anderen Entscheidungen. Eine Website, die versucht, alles gleichzeitig zu sein, ist für niemanden wirklich nützlich.
Schritt 2: Welche Inhalte gehören auf die erste Version?
Viele Gründer warten zu lange mit dem Start, weil sie glauben, alles perfekt haben zu müssen. Dabei reicht eine schlanke erste Version – der Fachbegriff dafür ist ein sogenanntes Minimum Viable Product, also das Notwendigste, das wirklich funktioniert.
Für die meisten Dienstleister und Freiberufler sind das:
- Startseite: Wer sind Sie, was bieten Sie an, für wen – und was soll der Besucher als Nächstes tun?
- Leistungsseite: Konkrete Beschreibung Ihres Angebots, idealerweise aus der Perspektive des Kunden
- Über-mich-Seite: Ein kurzes, ehrliches Porträt – Menschen kaufen von Menschen
- Kontaktseite: E-Mail-Adresse, Kontaktformular oder Telefonnummer, je nach Branche
- Impressum und Datenschutz: In Deutschland keine Option, sondern Pflicht
Was Sie weglassen können, sind aufwändige Blogs, Testimonials-Slider, Galerien und alles, was noch keinen echten Inhalt hat. Leere Platzhalter schaden mehr als Offenheit.
Schritt 3: Die richtige Domain wählen
Ihre Domain ist Ihre Adresse im Internet – sie sollte leicht zu merken, leicht zu schreiben und möglichst nah an Ihrem Namen oder Ihrem Angebot sein.
Ein paar praktische Hinweise:
- Bevorzugen Sie eine .de-Domain, wenn Ihre Kunden hauptsächlich in Deutschland sind. Sie signalisiert lokale Verwurzelung.
- Halten Sie die Domain kurz und verständlich – auch am Telefon ausgesprochen.
- Vermeiden Sie Bindestriche, wenn möglich.
- Prüfen Sie, ob die Domain frei ist, bevor Sie sich auf einen Firmennamen festlegen.
Domains kosten in der Regel zwischen 10 und 20 Euro pro Jahr und lassen sich über Anbieter wie Inwx, Ionos oder Hetzner registrieren.
Schritt 4: Umsetzung – selbst bauen oder beauftragen?
Es gibt heute gute Baukastensysteme wie Squarespace, Jimdo oder Webflow, mit denen sich einfache Websites ohne Programmierkenntnisse erstellen lassen. Für den Start kann das funktionieren – vor allem, wenn das Budget sehr knapp ist.
Der Nachteil: Solche Lösungen haben oft Grenzen, wenn Sie später wachsen, gefunden werden wollen (Suchmaschinenoptimierung) oder sich von Mitbewerbern abheben möchten.
Wenn Sie eine Agentur oder einen Freiberufler beauftragen, achten Sie auf folgende Punkte:
- Klare Leistungsbeschreibung: Was ist inbegriffen, was nicht?
- Wem gehört die Website danach? Sie sollten selbst Zugang zu allen Zugangsdaten haben.
- Gibt es Folgekosten? Für Hosting, Wartung oder Updates?
- Können Sie Texte und Bilder selbst aktualisieren?
Schritt 5: Nach dem Launch – nicht vergessen
Eine Website ist kein einmaliges Projekt. Nach dem Start sind ein paar Dinge wichtig:
- Tragen Sie Ihr Unternehmen in Google Business Profile ein – das ist kostenlos und hilft enorm bei lokalen Suchanfragen.
- Prüfen Sie regelmäßig, ob alle Links funktionieren und ob die Kontaktdaten aktuell sind.
- Beobachten Sie, über welche Begriffe Besucher auf Ihre Seite kommen – dafür reicht anfangs die kostenlose Google Search Console.
Der größte Fehler bei der ersten Website ist, zu lange zu warten. Eine solide, ehrliche Seite, die Ihr Angebot klar beschreibt, ist deutlich wertvoller als eine aufwändige Website, die noch sechs Monate auf sich warten lässt.
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