Eine neue Website beauftragen oder die alte endlich überarbeiten – viele Unternehmer stehen vor derselben Frage: Was muss da eigentlich drauf? Die Antwort klingt einfach, ist es aber nicht ganz. Denn der Aufbau einer Unternehmenswebsite entscheidet darüber, ob ein Besucher binnen Sekunden versteht, was Sie tun, warum er bei Ihnen richtig ist – und wie er Sie erreicht. Wer das falsch anlegt, verliert potenzielle Kunden, bevor die erste Zeile Text gelesen wird.
Die Startseite: Ihr erster und wichtigster Eindruck
Die Startseite ist keine Imagebroschüre, sondern eine Wegweiserin. Ein Besucher, der noch nie von Ihnen gehört hat, sollte innerhalb von fünf Sekunden verstehen:
- Was Sie anbieten – kurz, konkret, ohne Fachjargon
- Für wen Sie das anbieten – Zielgruppe oder Region benennen
- Was der nächste Schritt ist – ein klarer Handlungsaufruf, zum Beispiel “Jetzt Termin vereinbaren” oder “Angebot anfordern”
Viele Startseiten vergraben diese drei Punkte unter langen Willkommenstexten oder generischen Stockfotos. Besser: ein prägnanter Einstiegsbereich ganz oben (“Hero”), der sofort Klarheit schafft. Darunter können Sie Ihre Kernleistungen kurz anreißen, Vertrauen aufbauen (durch Zertifikate, Mitgliedschaften oder einen kurzen Hinweis auf Ihre Erfahrung) und auf weiterführende Seiten verlinken.
Leistungsseiten: Eine Seite pro Thema
Ein häufiger Fehler ist, alle Angebote auf einer einzigen Seite zusammenzufassen. Das ist für Besucher unübersichtlich – und für Suchmaschinen schwer einzuordnen. Besser ist es, für jede Leistung eine eigene Unterseite anzulegen.
Eine gute Leistungsseite erklärt:
- Was die Leistung umfasst – konkret, ohne Marketingphrasen
- Für wen sie geeignet ist – Branche, Betriebsgröße, typisches Problem
- Wie der Ablauf aussieht – Schritt für Schritt, wenn möglich
- Was der Nutzen ist – nicht nur was Sie tun, sondern was das für den Kunden bedeutet
Über-uns-Seite: Persönlichkeit statt Selbstlob
Gerade bei kleinen und mittleren Betrieben spielt Vertrauen eine entscheidende Rolle. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Warum sollte ich ausgerechnet hier kaufen oder anfragen?
Eine Über-uns-Seite erfüllt genau diese Funktion – aber nur, wenn sie ehrlich und konkret ist. Statt allgemeiner Aussagen wie “Qualität und Kundenzufriedenheit stehen bei uns an erster Stelle” lieber:
- Kurze Geschichte des Unternehmens – wann gegründet, aus welchem Anlass
- Wer arbeitet hier – Name, Gesicht, kurzer persönlicher Satz
- Was Sie antreibt – ein echter Grund, kein Marketingtext
Fotos von echten Menschen, dem echten Büro oder dem echten Betrieb wirken deutlich glaubwürdiger als Bildschirm-Schönes aus einer Fotodatenbank.
Kontaktseite: So einfach wie möglich
Die Kontaktseite wird unterschätzt. Dabei entscheidet sie oft, ob aus einem Interessenten ein Anfragender wird. Folgendes sollte hier stehen:
- Kontaktformular – so kurz wie möglich, nur die nötigsten Felder
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse – sichtbar, nicht versteckt
- Adresse – mit eingebetteter Karte, falls Sie einen Standort betreiben
- Öffnungszeiten oder Reaktionszeit – wann darf jemand mit einer Antwort rechnen
Ein Formular mit zehn Pflichtfeldern schreckt ab. Ein Formular mit drei Feldern lädt ein.
Impressum und Datenschutz: Pflicht, keine Kür
Diese beiden Seiten sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Sie gehören in die Fußzeile jeder Seite und müssen von überall erreichbar sein. Inhalt und rechtliche Anforderungen hängen von Ihrer Unternehmensform und Ihren genutzten Diensten ab – hier lohnt sich die Abstimmung mit einem Rechtsanwalt oder einem spezialisierten Generator, um auf der sicheren Seite zu sein.
Die richtige Reihenfolge beim Aufbau
Wenn Sie eine Website von Grund auf neu planen, empfiehlt sich diese Reihenfolge:
- Zuerst die Struktur festlegen: Welche Seiten brauche ich?
- Dann die Inhalte schreiben, bevor das Design beginnt
- Danach das Design auf Basis der echten Inhalte entwickeln
- Zum Schluss technische Details wie Ladezeit, Mobiloptimierung und Auffindbarkeit prüfen
Wer das Design zuerst macht und dann die Texte “hineinquetscht”, landet meist bei einer optisch schönen, aber inhaltlich schwachen Website. Der Inhalt formt die Struktur – nicht umgekehrt.
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